Der bebilderte Törnbericht 2012 ist fertig

25 September 2012

und kann unter

http://www.heinkele.net

auf meiner Seite angesehen werden

1.September – zu Hause

1 September 2012

Diese Zeilen entstehen nicht mehr an Bord; nach 4 Monaten Stillstand brauchte der heimische PC zwar erst einmal eine ganze Weile, um all die Updates einzuspielen die zwischenzeitlich anfielen, das Antivirenprogramm war auch abgelaufen und wollte erneurt sein und im Autostartordner fanden sich anschließend jede Menge Einträge, die auch noch rausgeworfen werden wollten, aber nun läuft der PC wieder rund.

In Wismar war ich beim letzten Eintrag stehen geblieben. Wie schon angekündigt,blieben wir dort und haben uns die vorzüglich restaurierte Altstadt angeschaut; besonders beeindruckt waren wir von der wieder aufgebauten St.Georgskirche.

Der folgende Tag, es war der Donnerstag, 23.August fand uns wieder auf See. Mit den 4 Bft aus SW konnten wir bis zum Offentief, “dem Tor” in die westliche Lübecker Bucht, segeln, danach wurde es ungemütlich; mit dem Motor ging es gegen eine steile Welle, welche die Fahrt erheblich verlangsamte. Dabei wurden wir ordentlich durchgeschüttelt und auch ein bißchgen naß gespritzt. Schließlich gelangten wir aber doch nach Travemünde fuhren an der Passat vorbei und fanden schließlich einen Liegeplatz in der Marina Baltica.
In Travemünde ist es ja beinahe Pflicht, der Mütter aller Hansestädte, dem ehrwürdigen Lübeck, einen Besuch abzustatten. Das taten wir dann am folgenden Tag; die Bahn brachte uns am Morgen in wenigen Minuten hin und am Abend wieder zurück. Kreuz und quer ging es durch Straßen und Gassen der Lübecker Altstadt, 3 große Kirchen haben wir besichtigt, den Dom, St.Marien und St. Jacobus. Insbesondere die letzte war für uns von besonderem Interesse, diente sie doch über Jahrhunderte als Pilgerkirche und führt, wie unsere Pilgrim, eine Jakobsmuschel als Signet. Daneben wird in St.Jakobus ein stark beschädigtes Rettungsboot des 1957 gekenterten Segelschulschiffes Pamir aufbewahrt, wodurch St.Jakobus heute auch Gedenkstätte für die Opfer der zivilen Schiffahrt ist. Der Untergang der Pamir, bei dem 80 Menschen ums leben kamen, fand damals erhebliche Beachtung in den Zeitungen, woran ich mich noch gut erinnern kann.
Neben den eindrücklichen Kirchen war natürlich auch ein Besuch der Schiffergesellschaft angesagt, einem urigen Gasthaus in historischem Gemäuer.

Und dann wurde endlich mal wieder richtig gesegelt ! Am Samstag bewältigten wir über 22 der insgesamt gut 28 Meilen nach Großenbrode unter Segeln, nur zum Schluß begann der Wind wieder zu schwächeln.
Großenbrode ist ja vielleicht nicht DAS Traumziel, aber trotzdem hielt es uns hier 2 weitere Tage; der Wind war uns entweder zu kräftig oder er blies aus ungünstiger Richtung oder auch beides zusammen, jedenfalls ging es erst am Dienstag, 28.August weiter.
Im Zentrum von Großenbrode gibt es einen kleinen EDEKA, der, wie man mir sagte, nur im Sommer geöffnet ist. VORSICHT, wenn Ihr dort Wein kaufen wollt, ich hab jedenfalls mit 2 Flaschen Muscadet voll daneben gelangt. Leider erst zu spät ist mir aufgefallen, das auf den Flaschen der Jahrgang 94 ! stand. Der Wein war dann auch längst “umgegengen”; eine Frechheit, daß so etwas überhaupt noch im Handel ist. Oder lieben die Ihre Lebensmittel so arg, daß sie sich gar nicht davon trennen können ?

Das beste kommt zum Schluß, sagt eine alte Weisheit, heuer hat sie sich bestätigt.
53 Meilen sind es von Großenbrode bis Kappeln, und die wurden, bis auf die letzte Meile gesegelt. Zur Halbzeit hatten wir eine Durchschnittsfahrt von 6,1 kn. Die ging dann zwar auf 4,9 kn für die Gesamtstrecke zurück, weil der Wind etwas nachließ aber immerhin durchhielt. Unterwegs begegnete uns Segelfreund Arnd, der mit seiner Sindbad unterwegs nach Marstal war. Bei kurzem Plausch von Bord zu Bord wurde ein Treffen für Mittwoch abends in Kappeln vereinbart. Bei der Gelegenheit erhielt Arnd dann die Norwegen- und Schwedenkarten zurück, die er mir freundlich geliehen hatte.
In Kappeln bezogen wir “unsere” Ferienwohnung die glücklicherweise gerade frei wurde. Im nun leeren Schiff wurde am Mittwoch kräftig geputzt und gräumt, am Donnerstag wurde der Motor eingewintert, der Mast gelegt und Pilgrim aus dem Wasser genommen – und zur Werft gefahren, denn – und das habe ich bislang schamvoll verschwiegen, auch heuer war uns irgendwo ein Stein im Weg und Pilgrims draus resultierendes Fußleiden bedarf wieder eines Pflasters. Ich werde Sorge tragen, daß das nicht zur Gewohnheit wird. 2013 passen wir beide – Pilgrim und ich – nämlich ganz toll auf. Das haben wir uns zum Abschied fest versprochen !!!

Der allerletzte Teil des Törns verlief nicht ganz optimal; mit dem Leihwagen ging es auf die Autobahn und dann von Stau zu Stau. Gott sei Dabk gab es eine Pause bei Mitsegler Manfred im Ruhrpott; danke für Kaffee und Kuchen !

Nachsatz:
Die Blog-Beiträge dieses Jahres werde ich zur Grundlage für den bebilderten Törnbericht nehmen, der demnächst unter

http://www.heinkele.net/pilgrim/pilgrim.html

zu finden sein wird.

Dienstag, 21.August, Wismar

21 August 2012

So ganz allmählich nähern wir uns dem Ende des 2012er Törns. In Deutschland sind wir nun schon angelangt, machen aber noch einen kleinen Abstecher in die Lübecker Bucht hinein.
Der Wettergott hat es mit uns in den letzten Tagen nicht gut gemeint, viel häufiger als uns lieb war, mußte der Motor den fehlenden Wind ersetzen, aber nun der Reihe nach:

Den geplanten Landausflug von Malmö nach Lund haben wir dann doch nicht gemacht Wind war uns vom Wetterbericht versprochen und den wollten wir für die Fahrt nach Rödvig in Dänemark nutzen. Der Wetterbericht hielt sein Versprechen aber eher nicht, von den 33 Meilen konnten wir mal gerade 13 segeln.
Etwas besser lief es am folgenden Tag. Die Faxebucht und den Bogestrom konnten wir komplett unter Segeln bewältigen. Nur die letzten 7 von insgesamt 30 Meilen mußte uns wieder der Motor bis nach Vordingborg schieben.
Bei all der Motorerei mußten wir uns mal wieder um die Verpflegung für den so stark in Anspruch genommenen Motor kümmern. Weil in Vordingborgs Yachthafen, dem Nordhafen keine Tanksäule ist, führen wir zum Südhafen im Masnedo-Sund, tankten dort voll und motorten gleich weiter. Die Masnedosundbrücke öffnete nach kurzer Wartezeit und wir tuckerten weiter in Richtung Guldborgsund. Beim Motorbädsklubben Guldborgsund in Nyköbing / Falster wurden wir gastfreundlich aufgenommen und machten einen Rundgang durch das freundliche Städtchen.
Warnemünde war unser nächstes Ziel, das wir ebenfalls nur mit Motorhilfe erreichten. Im “Alten Strom” fanden wir einen Liegeplatz vor dem Seglerheim, in dem eine Geburtstagsparty tobte – bis morgens um 4, Das konnte uns allerdings nicht am Einschlafen hindern, nach einem leckeren Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants und einem, oder waren es zwei, vielleicht sogar 3 Gläsern Wein an Bord, waren wir hinreichend müde um trotz der lauten Musik gut zu schlafen.
Ein Costa – Kreuzfahrer legte am Abend unter lauten Getute in Warnemünde ab; irgendwie wurde man dabei an die Tuterei der CostaConcordia vor Giglio und die unglücklichen Folgen erinnert.
Weiter schob uns der Motor, nun nach Kühlungsborn. Für ganze 2,5 der 12 Meilen reichte der Wind. Uns reichte es auch, wir legten einen Urlaubstag ein. Molli, die Schmalspurdampfeisenbahn fauchte und klingelte am Hafen vorbei; der Skipper erinnerte sich an seine Kindertage, als die D-Züge noch von den großen Dampfloks durchs heimische Rheintal gezogen wurden und kaufte kurz entschlossen ein Ticket nach Bad Doberan und zurück. Bemerkenswert ist, daß die Dampfeisenbahn mitten durch Bad Doberans enge Hauptgeschäftsstraße fährt, dabei permanent laut läutend. In Bad Doberan wurden schnell ein paar Besorgungen gemacht und der Zigarettenvorrat der Skipperin ergänzt, eine ganz spezielle Sorte, die es nicht überall gibt und in Schweden überhaupt nicht.
Heute stand Timmendorf / Poel als Reiseziel im Logbuch und wieder reichte der Wind nur für ca. die Hälfte der Strecke. Nach kurzem Aufenthalt in Timmendorf beschlossen wir, noch die 7 Meilen nach Wismar “draufzulegen”, zumal für morgen wieder schlechte Segelbedingung, diesmal aber mit (zu)viel Wind aus der falschen Richtung, d.h. aus West angkündigt sind. Morgen werden wir uns also das schöne Wismar ansehen.

14. August, Malmö – Dockan

14 August 2012

So schön wie von Varberg nach Halmstad ging es leider nicht weiter,Der Freitag brachte uns weniger guten Wind, immerhin konnten wir nach ein paar Meilen Motorfahrt doch noch segeln, vor Torekov brieste es sogar ein wenig auf. In der Hoffnung daß der Wind durchhält verlängerten wir erneut unsere Tagesetappe, das neue Ziel hieß Mölle am Kullen. Der Wind reichte dann doch nicht ganz, Beim Überqueren der Skälderviken stellte er seine Tätigkeit ein und der Diesel mußte für die restlichen Meilen herhalten. Dafür versperrten uns die Segel nicht die freie Sicht auf das Felsmassiv der Halbinsel Kullen, deren Spitze wir in geringem Abstand passierten. Danach war es nicht mehr weit zum einst mondänen Badeort Mölle, das sogar, wie man uns stolz erzählte, von Kaiser Wilhelm II mit seiner Yacht besucht wurde.

Nun sind wir im nördlichen Öresund, schwacher Südwind, dafür aber ein nord setzender Strom sind keine guten Segelbedingungen. Also mußte der Diesel uns die gut 16 Meilen ins dänische Helsingör schieben. Das imposante Hamletschloß grüßte uns schon von weitem, aber dem Skipper winkte kein kultureller Hochgenuß. Nach einem kurzen Stadtbummel mußte die Skipperin alleine zur Schoßbesichtigung aufbrechen, derweil sich der Skipper mal wieder mit dem appetitlichen Innenleben der Toilettenpumpe beschäftigen durfte. Die Membran der Klo-Pumpe war defekt und mußte erneuert werden. Gerade mal 2 Jahre hat die letzte Membran gehalten. ( Der Skipper kannte Hamlets Schloß, Gott sei Dank, schon von einem früheren Besuch her. )
Abends gab es dann bei einem Italiener in Häsingborgs hübscher Altstadt leckeren Riesengarnelen zum Abendessen.

Auch der folgende Tag verbesserte nicht unsere Segelbilanz, Erneut mußte uns der Motor die 9 Meilen nach Ven schieben. Auf Anhieb hat uns der Hafen Kyrkbacken gefallen und der Beschluß, hier einen Tag Pause einzulegen, fiel uns leicht, zumal auch für heute keine besseren Segelbedingungen angekündigt waren.
Den gestrigen Nachmittag verbrachten wir also erst mal mit Wäsche waschen. (Seit die Skipperin an Bord ist, wird die Bettwäsche schon mal öfter gewechselt, obwohl der Skipper meint, die tue es doch noch gut eine Weile …)

Wir waren wir dann gut zu Fuß und sind zu den beiden anderen Häfen der Insel gewandert. Unser Hafen Kyrkbacken ist mit Abstand der netteste.

Jetzt genießen wir die Nachmittagssonne auf unserem Boot und eben beschließt die Skipperin, daß jetzt was gekocht wird. Ich hab zwar keine Ahnung, wonach ihr nun der Sinn steht, aber ich höre jetzt mal auf zu schreibe; ich glaube, ich werde in der Küche gebraucht.

Nach dem leckeren Abendessen folgte ein kurze Nacht. Am Abend ging noch ein Boot zu uns ins Päckchen, dessen Besatzung bereits morgens vor 6 munter über unser Deck polterte, 3 man herüber und zurück, und das mehrfach. Um 7 saß die Crew bereits laut erzählend und lachend in der Plicht, an Schlaf war seit 6 nicht mehr zu denken. Um kurz vor 9 zogen wir die Reißleine und legten ab.

Malmö – Dockan war unser Ziel, das wir teils segelnd, tewils motorend erreichten.
Ein Ferientag mit einem Landausflug nach Lund ist für morgen vorgesehen.

Bis bald mal wieder grüßen

Anne und Winfried

9.August, Halmstad

9 August 2012

Ja, es hat geklappt mit Varberg, was bei nur 13 Meilen ja auch kein Kunststück ist.
Dann war aber erst mal Pause, und zwar eine längere.
Für den vergangenen Montag passte uns die Wettervorhersage nicht (Regen, wenig Wind) für Dienstag und Mittwoch war Starkwind mit Regen angekündigt, der dann auch kam und uns sogar im gut geschützten Stadhafen von Verberg durchgerüttelt hat. Eine Ratte, die auf einer morschen Planke an der Pier entlang lief, suchte wohl auch ein trockenes Plätzchen.
Den Montag verbrachte der Skipper, der mal wieder mit einem richtig großen Schiff fahren wollte, auf der Fähre Varberg – Grenaa, 4 Stunden hin, 1 Stunde Aufenthalt, 4 Stunden zurück. Duty free einkaufen lohnt sich nicht, aber für kleines Geld gab es ein leckeres Mittagsbuffett. Die Skipperin hatte keine Lust auf eine zusätzliche Seereise und hat sich in der Zeit höchste Verdienste um die Sauberkeit an Bord erworben.
Am Dienstag und auch noch am Mittwoch konnte man keinen Hund vor die Tür jagen, geschweige denn die Pilgrim-Crew aus der Kajüte. Weiter als bis zur Toilette haben wir es jedenfalls nicht geschafft. Erst am Mittwoch Nachmittag, es schauerte immer noch, ging es in die Stadt zum Einkaufen.
Für heute hatte der Wetterbericht Sonne und Nordwestwind, 3-4 Bft angesagt und er behielt recht. Wir rieben uns die Augen, als uns nach dem Aufwachen blitzblauer Himmel durchs Luk anlachte. Bald waren wir unterwegs mit dem Ziel Falkenberg. Gegen 13:00 vor dem Hafen angelangt, fanden wir es viel zu schade, den günstigen Wind nicht weiter zu nutzen und disponierten um. Halmstad hieß das neue Ziel, das wir, vor dem NW-Wind kreuzend, gegen 18:00 erreichten. 45 Meilen haben wir so mit allerschönstem Segeln hinter uns gebracht.
Ein gestern bereits vorgekochtes leckeres Goulasch wurde nach der Ankunft aufgewärmt und schmeckte prächtig.
Flaue Winde sind für morgen und übermorgen angesagt; die Tagesziele werden wir also etwas kürzer stecken müssen. Wo wir morgen landen werden, wer weiß …

4.August, Bua ( Ringhals )

4 August 2012

Nun, das Wetter wurde dann doch etwas freundlicher als befürchtet, teils sogar richtig warm und sonnig, so daß die paar Regenspritzer eigentlich keine Rolle spielten.
Nun aber der Reihe nach:
Durch den schönen Schärengarten rasen, das wollten wir nicht und haben uns stattdessen auf kleine und kleinste Tagesetappen verlegt. Von Astol nach Skärhamn (das ist dort, wo der Kirchturm lacht; Bild wird später nachgereicht) waren es gerade mal 6 Seemeilen und von dort nach Kyrkesund haben wir unseren “Rekord” aufgestellt eine “Tagesleistung” von 2,3 Seemeilen hatten wir bislang noch nicht. Aber die wurden immerhin gesegelt.
In Kyrkesund haben wir diesmal problemlos einen Platz an der Pier gefunden; kein 50-Füßer mit arrogantem Skipper hat uns abgewiesen. Kyrkesund war der nördlichste Punkt unseres kleinen Abstechers zurück in die Schären; nun geht es endgültig südwärtrs. Das “Bergfest” haben wir im Magazinet, einem hübschen Restaurant direkt am Sund gebührend gefeiert.
Nun werden auch unsere Tagesstrecken wieder länger. Die Skipperin entschied, den Hafen Fotö in den Schären vor Göteborg anzulaufen und bewies damit mal wieder ein glückliches Hänchen. Noch einmal lagen wir in einem pittoresken kleinen Schärenhafen bevor wir heute einen langen Schlag hierher nach Bua machten. Meist hoch an der Windkante (mit ein paar kurzen Holeschlägen) konnten wir fast die gesamten 33 Seemeilen segeln. Nur die letzten 2 mußten bei abflauendem Wind motort werden. Hier liegen wir nun vor der Kulisse des Atomkraftwerkes Ringhals und schauen auf die in Reihe und Glied abgestellten Wohnmobile.
Morgen steht Varberg als Ziel an. Ob das klappen wird, erfahrt Ihr im nächsten Beitrag.-

Es grüßen Skipperin und Skipper der Pilgrim.

31. Juli, Astol

31 Juli 2012

Alles hat gut geklappt, meine Frau kam pünktlich und mit Gepäck in Göteborg-Landvetter an, wo ich sie in Empfang genommen habe.
Am Samstag waren Wind und Wetter nicht nach unserem Gusto, so daß wir noch einen Hafentag eingelegt haben.
Am Sonntag habe ich mir die Navigation ganz einfach gemacht, einfach die letzte Route von Hyppeln nach Göteborg im Plotter umgekehrt und wieder nordwärts nach Hyppeln.
Am Montag ging es Nach Marstrand und der Skipper mußte von dort 3 Stunden dem Bus Kungälv und zurück, denn in Marstrand gibt es – tatsächlich – keinen Systembolaget, der einzige Weinquelle in Schweden. Und so ganz trocken wollen wir in den nächsten Tagen doch nicht sitzen.
Heute Vormittag blies es tüchtig, die Sonne wurde immer wieder von dunklen Wolken verdeckt; nä, keine Lust zum Auslaufen. Dafür starteten wir einen langen Spaziergang rund um die Insel und gerade als wir wieder bewohntes Gebiet erreichten, prasselte in heftiger Schauer herab, den wir bei einem Bier im nächsten Restaurant abwetterten.
Zurück im Hafen schien die Sonne, als hätte sie sich niemals versteckt, der Wind blies deutlich friedlicher als am Vormittag, so daß wir uns doch noch entschlossen, die 3 Seemeilen lange Distanz nach Astol anzugehen. Nur mit dem Vorsegel waren wir rasch drüben, und das war auch gut so. Kaum fest, hatten die Dicken Wolken wieder Oberhand, konnten das Wasser nicht mehr halten und wuschen das Salz von Pilgrims Deck. Ein einzelner Blitz mit unmittelbar folgendem gewaltigen Donnerschlag ließ die Möwen kreischen auffliegen.
Danach verzierte ein Regenbogen die Nachbarinsel Stora Dyron. und es sieht so aus, als sollte es in stetem Wechsel so weiter gehen.

Tschüss für heute sagen
Anne und Winfried

25.Juli, Göteborg-Langedrak

25 Juli 2012

Nochmal ein Rückblick nach Marstrand:
Natürlich bummelt man durch den hübschen Ort mit den prächtigen Holzhäusern und besucht auch die über dem Ort thronende Festung, von der aus man einen prächtigen Rundblick hat. Danach sitzt man irgendwo in einem der zahlreichen Lokale und läßt Leute und Boote an sich vorbeiziehen.
Abends im Hafen dann wieder laute Musik, aber kein Vergleich mit der netten Stimmung in Smögen. Die Musik war schlecht und hörte vor allem nicht auf sondern wummerte noch lange nachdem es schon wieder hell war. Weil unser Liegeplatz auch noch ordentlichem Schwell ausgesetzt war, beschlossen wir, nicht noch einen Tag zu bleiben, wie das eigentlich geplant war, sondern gleich weiter zu fahren. Von den zahlreichen Häfen auf den Inseln zwischen Marstrand und Göteborg entschieden wir uns für Hyppeln, weil dieser Hafen auf der Ostseite der Insel liegt und somit gegen den angekündigten Starkwind aus West gut geschützt ist.
Dort angekommen fragten wir wieder bei einer ca. 50 Fuß großen Yacht, der “Hello World” an, ob wir ins Päckchen kommen dürfen und wurden im Gegensatz zu Kyrkesund freundlich empfangen. Den Crews von “Hello World”, und der “Sinfonie” an der die “Hello World” Ihrerseits im Päckchen lag, herzlichen Dank, insbesondere auch für den netten Abend an Bord der Sinfonie.
Den Montag verbrachten wir in Hyppeln und warteten das Abflauen des kräftigen Windes ab. Am Dienstag starteten wir dann zu Manfreds letzter Etappe nach Göteborg. Mit Reff 1 im Groß und nur dem kleinen Vorsegel kamen wir flott voran, legten noch eine sportliche Kreuz ein und waren kurz nach Mittag in Langedrag im Hafen von Göteborgs königlichem Yachtclub.
Abends gab es ein Abschiedsessen im Clubrestaurant und heute ist Manfred mit der Fähre zurück nach Kiel gefahren.
Ich warte jetzt auf meine Frau, die am Freitag einfliegen wird, und dann werden wir sehen, wie es weiter geht; noch ein paar Tage in den Vänern oder nochmal ein Stückchen nordwärts oder doch gleich in Richtung Heimat ? Wir weden sehen.

21. Juli, Marstrand

21 Juli 2012

In Smögen endete der letzte Bericht, und da will ich anschließen.
Der Abend war laut, aber um 23:00 ließ der Lärmpegel merklich nach, als auf der Pier die Polizei patroullierte. Irgendwann fand sich eine Menge Jungvolk im Cockpit der Pilgrim ein und jeder wollte mit seinen Deutschlenntnissen glänzen. Wir müssen das nicht mehr jeden Abend so haben, aber einmal hat es Spaß gemacht !
Weniger begeistert waren wir von dem Empfang in Kyrkesund, wo sich der recht arrogante Skipper einer ca. 50 Fuß großen Hanse mit fadenscheiniger Begründung ( Sturm kommt auf; es waren dann mal gerade 3 Bft ) dagegen wehrte, daß wir ins Päckchen kommen.
DIVA heißt der Kahn, also Vorsicht, wenn ihr der mal begegnet !
Wir lösten das Problem, indem wir eine gute Meile zurück zur Ängevikens-Marina motorten.
Heute hatten wir Glück und fanden so gegen 14:00 trotz Samstag und internationalem RC44-Sweden-Cup in Schwedens Segelzentrum Marstrand noch einen Liegeplatz.
Eben sagt Manfred, das Essen sei fertig, also mach ich Schluß.
Tschüss bis bald !

19. Juli, Smögen

19 Juli 2012

Alles wird gut – manchmal sogar schneller als mann glaubt !
DHL war sehr fix, das Paket von Kappeln nach Strömstad brauchte nur einen Tag ( hab dafür allerdings auch gut bezahlt ), und war also schon am Dienstag da. Auch bei der Strömstad-Marina hatte man ein Einsehen mit uns, am Mittwoch um 8 Uhr war der Mechaniker an Bord. Es zeigte sich, daß nicht nur eine Motoraufhängung kaputt war, sondern an der flexiblen Wellenkupplung auch noch ein paar Schrauben abgerissen waren. Gott sei Dank ergaben sich daraus aber keine weiteren Folgeschäden; gegen Mittag war die Arbeit erledigt – und bezahlt – so daß wir noch in Richtung Fjällbacka starten konnten, das wir meist segelnd gegen 20:00 erreichten.
Heute Vormittag kletterte der Skipper noch auf den Vätteberg, der ein großartiges Panorama über die Fjällbacka vorgelagerten Schären bietet. In eine kleinen Gallerie wurde dann – direkt vom Künstler – noch eine kleine Litographie als Souvenir erstanden und dann ging es wieder hinaus. Hamburgsund und Slotenkanal wurden unter Motor passiert. Nur die letzten paar Meilen vom Südausgang des Slotenkanals nach Smögen “außen herum” konnten wir segeln.
Jetzt liegen wir in Smögen als viertes Boot im Päckchen. An uns haben noch 2 weitere Boote mit jungen Leuten an Bord festgemacht. Und die machen Party, so wie das hier in Smögen üblich ist. Laut ists, aber die Atmosphäre ist nicht unangenehm. Wollen nur hoffen, daß die Musik irgendwann auf “Zimmerlautstärke” reduziert wird.
So, daß war das heutige Update, weiteres demnächst von der

Pilgrim-Crew.


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.